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Antioquia (Nahziel von Lima aus) - oder Starwars in Peru?
#1
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Antioquia, ein kleines, buntes Dorf in den Anden, mit ca. 1250 Einwohnern, liegt etwa 50 - 60 km suedosstlich vom Zentrum Limas entfernt. Somit ein ideales Nahziel, dass man auch an einem Tag angehen kann. Antioquia lebt hautsaechlich vom Obstanbau. Der Tourismus wurde als Einnahmequelle entdeckt, ist leider (oder gluecklicherweise, je nachdem wie man es sieht) noch nicht voll entwickelt.

Die offizielle Homepage (auf Spanisch bzw. Castellano) des Ortes Antioquia ist http://muniantioquia.gob.pe.

Man erreicht Antioquia am einfachsten ueber Cieneguilla. Dorthin gelangt man von Lima aus am schnellsten ueber La Molina. Eine alternative Strecke ist die via Pachacamac. Es fahren Micros nach Cieneguilla, die in der Regel auch Fahrräder mitnehmen. Die Strecke nach Antioquia und zurück wird nämlich von Moutainbikern gerne gefahren. Wir haben die Tour jedoch mit dem Auto gemacht. Ein Geländewagen ist nicht unbedingt erforderlich. Auch normale PKW schaffen es. Bei Regenwetter sollte man m.E. von der Tour Abstand nehmen, da es dann einige wirklich gemeingefährliche Passagen geben kann.

Man starte am besten am Morgen und plane mit dem Auto ab Cieneguilla gemütliche 2 Stunden bis Antioquia ein, denn die Durchschnittsgeschwindigkeit wird selten über 30km/h liegen. Cieneguilla ist voller Restaurants aller Kategorien (einschließlich des sehr teuren aber recht guten „Mesa de Piedra), es gibt genügend Übernachtungsmöglichkeiten und viele Campos de recreo. Mit einem guten Frühstück im Bauch ist bekanntlich vieles leichter...

Man folgt der durch Cieneguilla führenden asphaltierten Straße, die sich kurz darauf in eine Schotterstrecke verwandelt, einfach bergaufwärts.

[Bild: antio1.jpg] 
In den niedrigen Höhenlagen in und um Cieneguilla herum gibt es aufgrund des Flusses (Rio Lurin) extrem viele gemeine Stechmücken. Entsprechende Mittelchen (Repelente) nicht vergessen!

Schon kurz hinter Cieneguilla wird es für Normaleuropäer ein wenig abenteuerlich. Brücken wie diese (und man zählt bis Antioquia mindestesn 3 davon), lassen Abenteur-Feeling aufkommen. Für die Einheimischen ist das indes tägliche Routine.

[Bild: antio2.jpg]

Bergauf weitet sich das Tal stellenweise. Es wird immer einsamer.
[Bild: antio3.jpg]

Wer aufmerksam in die Landschaft schaut, wird linker Hand einen Inkapfad entdecken, der sich viele Kilometer parallel zur Piste schlängelt. Man muss also nicht unbedingt gleich nach Cusco reisen:

[Bild: antio4.jpg]



Die Strecke hält die ein oder andere Überraschung bereit. Mit wenig Phantasie lässt sich hinter dieser Kurve ein imperialerAT-ST Chickenwalker aus STARWARS entdecken, den Kopf leicht nach rechts geneigt. Yes Sir, Peru is magic! Frage mich, warum in Peru so wenige ausländische Filmmacher ihre Streifen drehen. Viele Spots, die es in Peru gibt, sind doch einfach spektakulär. 
[Bild: antio5.jpg]

An einer kleinen Hacienda sowie einer Forellenzucht vorbei, geht es weiter aufwärts. Man passiert wenige kleine Ort und Ansiedlungen, wie z.B. dieses Dörfchen mit dem netten Namen Sissicaya, was mir gleich warme Erinnerungen an Bayern und Österrreich hervorrief.

[Bild: antio7.jpg]

Ein paar Kilometer hinter Sissicaya wird die Strecke enger und führt an einigen beeindruckenden Abgründen vorbei. Autofahrer machen sich auf – wenn auch seltenen - Gegenverkehr von LKWs (kaum am Wochenende) und Bussen gefasst, die gerne ungebremst und mit einem Affenzahn um die Ecke brettern. Dummerweise haben zwei Fahrzeuge nicht immer nebeneinander Platz.

Kurz vor Antioquia 
wird die Piste wieder etwas breiter und lässt sehr angenehm befahren. 
[Bild: antio8.jpg]

Um in den auf ca. 1500m Hoehe gelegenen Ort Antioquia zu gelangen, muss man ein ausgetrockenes Flussbett durchqueren, das hinter den Außenmauern des Dorfes entlang führt. Bei Regen dürfte dies very exiting sein...

Hundert Meter weiter links landet man auf der geütlichen Plaza von Antioquia, wo man bequem parken kann:
[Bild: antio9.jpg]

Das Ortszentrum ist bunt und hübsch aufgemacht und verbreitet eine angenehme Atmosphäre. Was bisher noch fehlt, sind gescheite Restaurants und saubere „Örtchen“. Das einzige Restaurant, was wir gefunden hatten, war nicht so überzeugend. Dafür gibt es in den Seitenstraßen um die Plaza herum genügend kleine Geschäfte, in denen man Obst, Brot, Getränke oder einen kleinen Snack für wenig Geld erwerben kann. So haben wir es uns dann auf einer Parkbank gemütlich gemacht.

[Bild: antio10.jpg]

Die richtig abenteuerliche Strecke fängt übrigens erst hinter Antioquia an. Es existiert eine Querverbindung durch die Berge nach Cocachacra /Chosica herüber. Für diese Tour sollte man jedoch besser einen Geländewagen verwenden, gut proviantiert sein, nur bei gutem Wetter fahren und zur Sicherheit mindestens 8 – 10 Stunden ab Cieneguilla einplanen. Die Strecke führt für Stunden auf Höhen von 3000 bis 3500 Meter und ist für Personen mit Höhenangst nicht gut geeignet. Doch zurück nach Antioquia:

Wer von den bunten Fassaden bessere Fotos als ich schießen möchte, sollte das von ca. 10-14 Uhr tun. Dann sind die Lichtverhältnisse am besten. 

Die Rückfahrt nach Cieneguilla ist etwas schneller zu realisieren. Trotzdem haben uns die Mountainbiker downhill oft überholt, da sie den Schlaglöchern mit 2 Rädern viel besser ausweichen können.

Wenn man will, ist man um 18 Uhr wieder zurück in Lima – oder speist zuvor noch in Cieneguilla zu Abend. Wohl bekommt´s!

Saluditos,
Gringito


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#2
Nachtrag:
Die Strasse nach Antioquia ist mittlerweile uebrigens fast durchgehend asphaltiert!
(Stand 2014)


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