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Callahuanca (Nahziel von Lima aus)
#1
Video 

Routendaten:

Fahrzeit mit dem Auto ab Lima, San Borja ca. 2 bis 2,5h (one way)
Entfernung: ca. 45-50 km
Schwierigkeitsgrad: einfach bis mittel

Ab Lima 

nehme man die vielbefahrene Carretera Central bergaufwärts und passiere Santa Clara, Huaycan, Nana sowie Chaclacay bis man schließlich nach Chosica gelangt. Früher war das Städtchen Chosica ein beliebter, ruhiger Wochenendort der Limener, da dort ganzjährig ein sonniges Wetter herrscht. Heute ist Chosica ein quirrliger Ort, in den die bescheidene Moderne in Form von Plaza Vea, Metro, diversen kleineren Centros Comerciales und einer Menge Discos Einzug gehalten hat.

Ab Chosica starten übrigens auch stündlich Micros nach Callahuanca. Der Fahrpreis beträgt ca. 3 bis 4 Soles (one way). Die Haltestelle liegt in der Umgebung des Parque Echinique, einige Cuadras nach dem großen Parque Central. Sie kann aufgrund der Bauaktiviäten jedoch manchmal verlegt sein. man frage nach.

Chosica über den Ortsausgang Moyopampa verlassend
passiert man in der Höhe der Schuhfabrik Bata einen über die Carretera ragenden Torbogen mit der Aufschrift "Bienvenido en Huarochiri". Rund 1,5 Kilometer danach, an einer Ampel, nehme man die Abzweigung linker Hand nach Santa Eulalia.

Die ersten Kilometer bis Santa Eulalia
geht es durch die typischen, durch rohen Ziegelbauten glänzenden ärmeren Vororte schnell bergauf. Man lasse sich nicht durch dieses ärmliche Äußere täuschen. In diesem Viertel haben Kirchen und Wohlhabende Grundstücke von teilweise einigen Hektar Größe, die von innen z.B. so aussehen:

[Bild: ch1_zpsc3a6d423.jpg]

Auf dem weiteren Weg nach Santa Eulalia durchquert man ein schmales Flußbett, das im Sierra-Winter oder bei Regenfällen Wasser führen kann, jedoch in der Regel auch für Stadtautos kein Hindernis darstellt.Wenige Minuten später erreicht man die Plaza von Santa Eulalia. Dieser ruhige Ort ist den Umliegern besonders durch den Anbau von Paltas (Avocados) bekannt, denen eine sehr gute Qualität nachgesagt wird, was ich bestätigen kann. Kurz vor und nach der Plaza finden sich übrigens diverse Campos de Recreo sowie Restaurantes Campestres, in denen man zu Mittag essen kann. Am Wochenende sind diese Lokalitäten stark frequentiert. 

Man lasse die Plaza hinter sich und
fahre geradeaus weiter auf der sich nun unmittelbar zu einer staubigen Piste verändernden Straße. Die nächsten ca. 5 Kilometer können für Stadtautos mit wenig Bodenfreiheit etwas ungemütlich werden, da der Bürgermeister von Santa Eulalia auf dieser Strecke seit rund 7 Jahren und damit zum Ärger der Anwohner eine Kanalisation bauen lässt, jedoch die Kuh nicht vom Eis, geschweige denn die Straße fertig bekommt. Durch das immer grüner werdende Santa Eulalia-Tal, benannt nach dem gleichnamigen Fluß, geht es weiter nach oben. Nach Passieren einer kleinen Brücke gabelt sich der Weg, doch man fahre weiter gerade aus.


Ab hier ist die Straße wieder asphaltiert.
Es geht zunächst sanft nach unten. In der Ferne sieht man bereits die Rohre der Wasserkraftanlage von Barba Blanca rechts am Berghang verlaufen. Am Ortseingang dieser kleinen Ansammlung von Häusern existiert eine Schranke mit einer winzigen Polizeistation. Die Schranke ist meist offen, und man kann ohne sich auszuweisen hindurch fahren. Das war nicht immer so. Zur Zeit des Terrorismus war die Anlage von Barba Blanca ein strategisches Ziel für den Sendero Luminoso und schwer bewacht. Es gab hier auch Zwischenfälle. Diese Zeiten liegen glücklicher Weise hinter uns. 

Man folge der Straße weiter, die nach ca. 300 Metern einen scharfen Knick nach rechts macht. Hier geht geht es nun in vielen Serpentinen steil bergauf nach Callahuanca. Nicht immer etwas für schwache Nerven. Der Weg ist mittlerweile jedoch breit genug ausgebaut, so dass man die selten entgegen kommende Fahrzeuge nicht fürchten muß.  

Nach einigen Kilometern erreicht man nun den kleinen, auf einem Hochplateau liegenden Andenort Callahuanca:

[Bild: callahuanca_zpse0bd1e2d.jpg]
Callahuanca mit Blickrichtung in das Santa Eulalia-Tal

Durch den Ortseingang kommend landet man nach ca. zweihundert Metern direkt an der kleinen Plaza. Vor der Kirche gibt es einige Parkplätze, die ich noch nie besetzt vorgefunden habe. Ein guter Ort zum Abstellen seines Autos.

[Bild: ch2_zpsf72501d0.jpg]
Gleich neben der Kirche befindet sich tatsächlich eine kleine Touristeninformation, die meistens sogar besetzt ist.

Callahuanca hat außer Ruhe, Beschaulichkeit und eine typische Andenatmosphäre nicht viel zu bieten. Die Uhren gehen langsamer. Wenn man aus dem plärrenden Gewühl von Lima kommt, weiß man dies jedoch zu schätzen. 

[Bild: ch4_zps76538168.jpg]
[Bild: ch5_zps2208079c.jpg]

Callahuanca ist für seine Chirimoyas bekannt, die
hier in der unmittelbaren Umgebung des Ortes angebaut werden. Kleinere Läden in Callahuanca vertreiben auch selbstgemachtes Chirimoya-Eis, welches sehr gut ist. Restaurants sucht man meist vergeblich. Lediglich zwei bis drei kleinere Kantinas, die nicht immer europäischen Vorstellungen genügen, teilen sich den kleinen lokalen Markt. 

Einfache und doch recht saubere Übernachtungsmöglichkeiten sind in Callahuanca vorhanden,
z.B. in dem der Gemeinde gehörenden Hostal am Ortseingang neben dem Fußballplatz, auf dem meistens Lamas grasen. Dort kostet eine Übernachtung ca. 20 bis 25 Solest. Am rückwärtigen Ortausgang von Callahuanca befindet sich ein besseres Hotel. 

Callahuanca ist ein guter Startplatz für Bergtouren in die Umgebung. 
In der Region liegen auch kleinere Ruinen aus der Inkazeit, die jedoch niemals Bekanntheitsgrad erlangt haben. Marschiert man über den direkt hinter dem Ort liegen Berg (sehr steiler Weg!), befindet man sich in urwüchsiger, verlassener Landschaft und im Abenteur. Mittlerweile wurde eine kleine Piste nach "Tierra Blanca" in den Berg geschlagen. Die nicht befestigte, extrem steile Sand und Schotterpiste, deren Zugang rechts kurz vor dem Ortseingang von Callahuanca liegt, bietet nur Platz für ein Fahrzeug und ist nichts für schwache Nerven. Mutige erreichen so "Tierra Blanca", eine Stelle am Berg, die Ihren Namen durch die weiße bzw. helle Erde bzw. Steine erlangt hat. Dort steht auch ein bewirtschafteter Ziegenstall, an dem man rasten oder sein Auto abstellen kann. Auch von hier lassen sich herrliche Bergtouren beginnen. 

Bei einem weiten Blick in das Tal sieht man in der Ferne die geschlossene Wolkendecke über Lima. Wenn dort Winter herrscht, ist Sommer in der Sierra und damit in der Regel gutes Wetter.

[Bild: ch7_zpsb0b4a1eb.jpg]

Für die Rückfahrt nach Lima
begebe man sich auf den gleichen Weg, auf dem man gekommen ist. Hierzu ist eine kleine Runde durch den Ort zu drehen, da der Weg hinein eine Einbahnstraße ist. Zwar kann man Callahuanca auch am rückwärtigen Ortsausgang (dort steht eine Schranke, durch die man hindurch fahren kann bzw. die sich öffen lässt) verlassen, doch die anschließende Piste benötigt in der Regel einen Geländewagen: Über eine Schleife von ca. 5 Kilometern Länge gelangt man so wieder auf den Weg nach Santa Eulalia.

Auch von Barba Blanca aus verlaufen übrigens kleine Pisten in die Berge, die zur Erkundung einladen und teilweise zu alten Minen führen. Über diese baufällige Brücke  haben wir uns nach kritischer Kontrolle noch getraut: 

[Bild: ch8_zps52ad6456.jpg]

Danach war für unseren Stadtwagen jedoch kein Weiterkommen mehr. 
Hier haben wir schließlich aufgegeben:
[Bild: ch9_zps9b0e66ea.jpg]
Umgedreht wurde in Millimeterarbeit, denn wir hatten keine Lust kilometerweit rückwärts zu fahren.

Ja, für kleinere Abenteuer muß man nicht extra 1000km weit reisen.
Der ländliche Nervenkitzel beginnt gleich hinter Lima.
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#2
Als wir Callahuanca besuchten betraten wir erst mal dass Touristenbüro. Zu unserer Verwöhnung war es besetzt mit einer englischsprachigen Dame. Sie gab uns eine sehr ausgiebige Information und Vorschläge das Kommunale Hostal für 20 soles per nacht. Vorschläge das Kommunale Hostal für 20 soles per nacht.

Das Hostal lag neben den Fußballplatz auf welchen zwei Lamas Gras abgeweideten.  Ich glaubte natürlich das si friedliche und an Menschen gewöhnt wären. So ich ging mit meiner Kamera in dem Fußballplatz hinein.

[Bild: CIMG0599.jpg]

Kaum ein paar Schritte hinein hörte das eine Lama auf Gras zu abgeweideten. Starrte mich von 60 Meter eine Weile an. Bewegte sich dann in meiner Richtung schneller und schneller.

[Bild: lama2.jpg]

Er kam so nahe noch immer galoppierend so ich traute mich nicht umdrehen. Stattdessen hob ich meine Arme und schrie, was ich konnte.Zu meiner Überraschung blieb er stehen und starrte mich zornig an und zeigte mir ein paar scharfe Zähne.

[Bild: lama3.jpg]

Ich nahm  meine Hände wieder runter und nahm ein Foto. Dann stellte er sich auf die Hinterbeine, kickte mit ihren Vorderbeine auf mich. Ich hob wider  meine Arme und schrie wider mit denselben  Erfolg. Nach drei Versuche gab er auf und ging ein paar Meter zurück und zeigte klar was was er von mir dachte.

[Bild: Lama1.jpg]

Ja Gringito hat ja schon das meiste von Callahuanca erzielt. Eine Korrigieren. Das Touristen Büro ist für Callahuancas Größe nicht klein. Ein ruhigers und besser organisierte Dorf ist schwer, hier in Peru.

[Bild: CIMG0587.jpg]
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#3
Schöner Bericht. Danke.
peru4you.de/peru4you.net - Neuigkeiten aus  Peru immer aktuell in Deutsch
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