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TACNA-ARICA (Flug+Colectivo+neues Touristenvisum) - Teil 1
#1
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Vor einiger Zeit begleitete ich einen Freund, der sich sein Touristenvisum auffrischen lassen wollte, nach Tacna und Arica.

Den Flug Lima-Tacna-Lima (mit kurzer Zwischenlandung in Arequipa) buchten wir bei Peruvian Airlines (PA) für 130 Dollar und ein paar Zerquetsche pro Nase. LAN kostet etwa das Doppelte. Die Flugzeuge von PA sind relativ alte Boeings 737-200. Die Beinfreiheit war aber recht bequem (So etwas wünschte ich mir auf der Langstrecke bei KLM oder IBERIA).12.00 Uhr ging es in Lima los. 14.30 Ankunft in Tacna. Der Flughafen von Tacna ist klein und angenehm familiär.

[Bild: tacna1.jpg]

Wir wollten mit dem Colectivo (Sammeltaxi) weiter nach Arica. Hierzu muss man zunächst vom Flughafen zum sog. Internationalen Terminal von Tacna. Das geht am einfachsten per Taxi. Es fahren jedoch auch Micros am Flughafen vorbei. Die kosten bis Tacna Zentrum 1 Sol. Die ersten Taxifahrer, die uns im Flughafengelände ansprachen, verlangten für die Strecke zum Terminal 12 bis 14 Soles. Wir haben bei einem Taxifahrer, der etwas gemächlicher abseits parkte, dann einen Preis von 8 Soles bekommen. Das Taxi setzte uns ca. um 15.00 Uhr direkt im Terminalgelände von Tacna ab.

[Bild: tacna2.jpg]

Man betritt das Terminalgebäude, in dem viele Reisende mit Unmengen Gepäck warten, und zahlt die sog. Terminalgebühr in Höhe von 1 Sol. Durch die gegenüberliegende Tür geht es dann zu den Colectivos, die auf die Fahrgäste nach Arica warten. Im Gegensatz zu dem Chaos in Lima sind die Colectivos gut organisiert und fahren der Reihe nach geordnet ab.
Hierfür sorgt ein Koordinator. Meist spricht einen der Koordinator oder der Fahrer, der als nächstes an der Reihe ist, direkt an.

[Bild: tacna3.jpg]
Die Colectivos, die nach Arica fahren, sind normale PKWs, die jedoch eine Besonderheit aufweisen: Neben dem Fahrer gibt es nicht nur den normalen Beifahrersitz, sondern einen Sitz für 2 Personen. Insgesamt ist das Fahrzeug also für 6 Personen (1 Fahrer + 2 Fahrgäste vorn + 3 hinten) ausgelegt. Der Fahrpreis für die Strecke bis nach Arica beträgt 18 Soles und wird bei Ankunft in Arica direkt an den Fahrer gezahlt.

Bevor es los geht, müssen bereits am Terminal einige Formulare für die Einreise nach Chile ausgefüllt werden. Die „Declaracion Jurada“ wird i.d.R. vom Fahrgast selbst ausgefüllt, der dieses Dokument auch zu unterschreiben hat.
Die anderen Papiere, d.h. insbesondere die „Tarjeta de Turismo“, erledigt der Fahrer des Colectivos.

[Bild: tacna4.jpg]
Hierzu übergibt man dem Fahrer den Pass! Das löste bei uns erst reichlich Unbehagen aus, hat aber seine Ordnung. Man kann dem Fahrer diesbezüglich vertrauen. Alle Fahrer, die im Terminal arbeiten und die Strecke nach Arica und zurück fahren, benötigen eine besondere Lizenz und sind organisiert. Ich landete neben einer netten Negrita auf dem beengten Vordersitz, und wir klebten die gesamte Zeit (zwangsweise) aneinander wie zwei sich wärmende Frischverliebte. Blush

Vom Terminal geht es dann am Flughafen vorbei ca. 30 km durch pure Wüste Richtung chilenische Grenze.

[Bild: tacna5.jpg]

Die peruanische Grenzstation heißt Santa Rosa und ist ein mit amerikanischer Unterstützung errichteter hochmoderner Bau.

[Bild: tacna6.jpg]

Man muss aus dem Colectivo aussteigen und zu Fuß zur Ausreisekontrolle gehen. Dort erhält man dann seinen Ausreisestempel in den Pass. ACHTUNG: Hat man sein Touristenvisum überzogen, so ist pro Tag eine Strafe von 1 Dollar fällig. Das erscheint allerdings erfreulich moderat und zeugt davon, dass es die Peruaner mit einem abgelaufenen Visum bisher nicht ganz so furchtbar ernst nehmen, wie ihre deutschen oder europäischen Kollegen. Das Gebäude verlässt man dann auf der anderen Seite und hat noch Zeit für eine kurze Pinkelpause, wenn es von Nöten ist. Selbst die Toiletten am Flughafen Jorge Chavez in 
Lima waren übrigens nicht so blitzblank wie die in Santa Rosa.

Wieder im Colectivo geht es dann rund 1 km weiter zur chilenischen Grenzstation. Diese heißt Chacalluta, wie der gleichnamige Fluß, und ist nicht ganz so modern wie der peruanische Gegenpart. Man muss erneut das Fahrzeug verlassen.

[Bild: tacna7.jpg]

Alle Fahrgäste eines Colectivos werden gemeinsam an einem Schalter abgefertigt. Man präsentiert dem Grenzer seinen Pass und die bereits in Tacna vorbereiteten Papiere (siehe oben). Gelegentlich wird nach dem Grund der Einreise nach Chile gefragt. Wir antworteten wahrheitsgemäß: „Kurztourismus und Papierkram“. Der Fahrer des Colectivos, der die ganze Prozedur pro Tag auf seinen Touren sicherlich 4 bis 5 mal mitmacht, steht einem bei Bedarf helfend zur Seite, was ein recht angenehmer Service ist. Ist der Grenzer mit den Dokumenten und der Gesichtskontrolle zufrieden, gibt es den Einreisestempel für Chile. Es ist zu erwähnen, dass Peruaner, die einen Kurztrip nach oder einen Besuch in Chile planen, leider erheblich strenger als ein Gringo kontrolliert werden. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Chilenen Behörden die illegale Arbeitsaufnahme in Chile fürchten. Der Papierkrieg ist daher für Peruaner teilweise recht umfangreich. Nach dem Grenzer kommt die Gepäckkontrolle, die darin besteht, seine mitgeführten Habseligkeiten durch einen schon von Flughäfen allseits bekannten Scanner zu schicken.

Da an der peruanisch-chilenischen Grenze viel geschmuggelt wird (insbesondere Rauschgift), sind die Kontrollen sehr gewissenhaft. Während also die Fahrgäste auf die zuvor genannte Weise unter die Lupe genommen werden, darf der Fahrer des Colectivos sein Auto vorführen, was ebenfalls genaustens begutachtet wird. Am Ausgang der Grenzstation treffen sich Fahrer, Auto und Fahrgäste zur Fortsetzung der Reise wieder. 

Die restlichen Kilometer bis nach Arica bewältigt man in etwa 10 Minuten.

[Bild: tacna8.jpg]

Die Ankunft (bei uns war es so gegen 18 Uhr) erfolgt im sog. Internationalen Terminal von Arica, wo der Fahrgast dann den Preis für die Passage an den Fahrer entrichtet. Von hier aus kann man nun mit einem regulären chilenischen Taxi in die Innenstadt von Arica gelangen.

[Bild: tacna9.jpg]

Da wir lediglich für ein neues peruanisches Touristenvisum nach Arica reisten, entschlossen wir uns dazu, sogleich wieder den Rückweg nach Tacna anzutreten. Die Prozedur entspricht im Wesentlichen der, die wir bereits auf der peruanischen Seite praktizierten: Man zahlt die Terminalgebühr, die sowohl in Soles (hier: 1 Sol) als auch in chilenischen Pesos entrichtet werden darf. Dann fragt man nach dem nächsten Colectivo nach Peru, der Fahrer erledigt die Papiere einschließlich Ausfüllen der TAM. Der Fahrpreis nach Tacna beträgt ebenfalls 18 Soles.

Fortsetzung siehe Teil 2 


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