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TACNA-ARICA (Flug+Colectivo+neues Touristenvisum) - Teil 2
#1
Video 
Fortsetzung von Teil 1:


Zurück nach Tacna u.a.:

[Bild: tacna10.jpg]

Ausreise via Chacalluta, mit chilenischem Ausreisestempel. 1 Kilometer weiter wieder Einreise an der peruanischen Grenzstation Santa Rosa. Die Einreisekontrolle entspricht der zuvor geschilderten chilenischen Einreisekontrolle. Das peruanische Touristenvisum wird i.d.R. auf 90 Tage ausgestellt, wenn man nicht um eine längere Dauer nachsucht. In letzterem Fall muss man sich jedoch darauf gefasst machen, dass der Grenzer nach einem konkreten Grund für den längeren Aufenthalt fragt. Mein Freund erklärte wiederum wahrheitsgemäß, dass er seit kurzem mit einer Peruanerin verheiratet ist (Kopie der Heiratsurkunde sowie Kopie des DNIs seiner Frau hatte er sicherheitshalber dabei) und nun die Behördengänge für das Familienvisum angehen möchte. Der Grenzer bemerkte über sich selbst, er sei ein netter Kerl, und notiere deshalb 183 Tage in das Touristenvisum. Ok, was will man mehr?

So gegen 19.30 Uhr waren wir zurück in Tacna und machten uns daran, ein Hotel für die Nacht zu suchen. Die Taxigebühren für Fahrten innerhalb des Stadtgebietes von Tacna sind übrigens vereinheitlicht und kosten 2,5 bis 3 Soles. Wird das Taxi per Telefon gerufen, kommt ein kleiner Aufschlag von ca. 50 Centimos hinzu. Das sind angenehme Preise! (Auffallend ist zudem die sehr gesittete Fahrweise der Taxis, Micros und Autos in Tacna. Ganz anders als in Lima). So drehten wir zunächst eine Runde und schauten uns diverse Hotels und Hostales an, bevor wir uns für eines entschieden. Unterkünfte gibt es genügend und in allen Kategorien. Bereits neben dem Terminal z.B. finden sich diverse Hostales. Wir nahmen uns dann ein Hotel in der Nähe der Innenstadt, gegenüberliegend einer Schule.

[Bild: tacna11.jpg]

Wie noch zu lesen sein wird, stellte dies kein Problem dar.
Doppelzimmer für 60 Soles die Nacht, Frühstück und Internetzugang inbegriffen. Abends ist es in dieser Jahreszeit (Ende April) schon ziemlich kühl in Tacna. Mit T-Shirt und Pullover habe ich etwas gefroren. Mai bis Juni ist Winter in Tacna, und es ist dann grau und neblig wie in Lima.

Da wir zu KO waren, um noch um die Häuser zu ziehen, ging es einstimmig in ein gutes Restaurant namens „Rancho San Antonio“ in der Calle Coronel Bustios. Obwohl das Restaurant nur ca. 1 km von der Plaza de Armas in einem sogenannten „residenzialen Stadtteil“ liegt, sollte man doch ein Taxi nehmen, denn die Straßen in diesem Viertel sind nach Sonnenuntergang recht dunkel, und man sagte uns, schon manch einsamer Fußgänger sei dort überfallen worden. Wie dem auch sei, das Restaurant ist wirklich eine alte Ranch, oder zumindest so aufgemacht, und hat ein herrlich koloniales Ambiente. Wir haben uns sofort wohlgefühlt. Die Preise sind für peruanische Verhältnisse recht deftig, waren aber jeden Centimo wert. Mein Wahl fiel auf:
1 Fischsuppe (Chilcano de pescado) für angemessene 8 Soles, 1 Filete de corvina a lo macho für satte 38,50 Soles, und 1 Copa de vino für schlappe 3 Soles.
Dazu vom Haus: geschnittenes Weißbrot mit Butter in einer Qualität, wie ich sie in Peru selten gefunden habe.

Resümee: Sowohl das Essen als auch das Ambiente waren herrlich! 

[Bild: tacna12.jpg]

Deshalb konnten wir es auch nicht sein lassen, noch ein paar Stunden in der Bar der Rancho abzuhängen. Wunderschön gemacht mit Lederpolster an der Bar-Kante. Wenn es ein Piscito zu viel wird, schlägt der Kopf also ganz sanft auf. Ansonsten lehnt man sich dort angenehm an.

[Bild: tacna13.jpg]

Gegen 00.30 Uhr ging es in die Falle. Ich schlief wie ein Murmeltier. Bis genau 03.45 Uhr. Dann schmiss uns ein ganz kurzes aber ziemlich heftiges Erdbeben aus den Federn. Unglaublich, wie schnell man da kerzengerade im Bett steht! Der Nachbar des Hotels, Betreiber eines Aerobicstudios, konnte danach wohl nicht mehr schlafen. Jedenfalls schallte aus der Wand hinter meinem Bett laut hämmernde Tecno-Musik. Und das bis 8 Uhr morgens... Ich kapiere nicht, warum niemand den Typen massakriert hat. Ich war jedenfalls nah dran. Von 8 bis 10 Uhr haben wir dann „ausgeschlafen“. 

Etwas gerädert starteten wir gegen 11 Uhr zu einer kurzen Runde durch die Innenstadt, die recht klein ist, jedoch einen netten Eindruck macht. 

[Bild: tacna14.jpg]

In den Seitenstraßen findet sich das eine oder andere interessante Geschäft. Und durch Zufall kamen wir in der Calle Deustua, gleich gegenüber der RENIEC, auch an einer Kneipe namens „Cafe Zeit“ vorbei, die uns irgendwie deutsch erschien (…). Ist sie auch. Ebenfalls nettes Ambiente und etwas gehobene Preise. Hier treffen sich die Bohéme von Tacna, Theaterleute und bunt durcheinander gewürfeltes Volk. Da werde ich bei einem nächsten Besuch in Tacna gerne nochmal länger vorbei schauen. Die bunten Bilder der Stadt sollen nicht täuschen: die Vororte Tacnas haben natürlich die gleichen hässlichen Elendsviertel wie andere peruanische Städte auch – aber die Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters...

Was muss Mann (…) bei einem Kurztrip nach Tacna noch anstellen? Natürlich die Freihandelszone ZOFRA (Zona Franca de Tacna) besuchen. 

[Bild: tacna15.jpg]

Denn die ist bekannt für ihre Auto-Importe und recht preisgünstigen Neu- und Gebrauchtwagen. Die ZOFRA liegt von Tacna stadtauswärts gesehen kurz hinter dem Flughafen. Taxis aus Tacna dürfen nicht ohne Weiteres in die ZOFRA hinein, sondern bedürfen einer Sondergenehmigung. Es kann also passieren, dass man direkt vor den Pforten der ZOFRA das Taxi wechseln muss. Zu Fuß darf man die ZOFRA zwar ebenfalls betreten, dies ist jedoch nicht ratsam, denn die Zone ist verdammt groß. Die ZOFRA ist insgesamt großzügig angelegt und macht einen modernen Eindruck. Wie erwartet, reiht sich ein Auto-Händler an den anderen: 

[Bild: tacna16.jpg]

Viele Autogeschäfte sind fest in pakistanischer Hand. Diverse dieser Herren sitzen in klassisch pakistanischen Outfit vor ihren Hallen und überlassen den peruanischen Angestellten die Hauptarbeit. Ich muss gestehen, dass ich es in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit nicht geschafft habe, mich mit den Verkaufsmodalitäten der Autohändler der ZOFRA vertraut zu machen. Das ist für den nächsten Tacna-Trip jedoch fest eingeplant. Um 13.30 Uhr ging es dann mit dem Micro für 1 Sol von der ZOFRA zum Flughafen. Der Micro machte erst eine kleine Schleife durch eine Wohnsiedlung, bevor er uns dann ca. 15 Minuten später vor den Toren des Flughafens absetzte. 

Um 15.00 Uhr startete unser Rückflug mit kleiner Verspätung nach Lima. Wieder Zwischenstop in Arequipa und vorbei an imposanten, aus der knochentrockenen Wüste herausragenden Eisriesen nach Lima. Wer während des Fluges einen Blick auf die Landschaft werfen möchte, für den empfiehlt sich auf dem Hinflug nach Tacna ein Fensterplatz auf der linken Flugzeugseite und auf dem Rückflug nach Lima auf der rechten.

[Bild: tacna17.jpg]

Pünktlich zur abendlichen Rush hour spuckte uns der Flughafen Jorge Chavez wieder in das quirlige Durcheinander Limas. 2 Tage Kurztrip mit vollem Programm lagen hinter uns. Mensch, waren wir fertig! Oder lag es doch an dem Pisco in der Ranch???

Tacna und seine Menschen haben übrigens einen sehr sympathischen Eindruck bei uns hinterlassen.

Saluditos,
Gringito

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#2
Oh, da habt ihr aber das Beste in Tacna verpasst......
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